Clevere Texte abseits von Folklore- DIE TÜDELBAND FRISCH, PLATT, NORDISCH im Langwedeler Rathaus

 Mire Buthmann und Malte Müller bringen plattdeutsche Töne auf die Bühne.

Mire Buthmann und Malte Müller begeistern im Langwedeler Rathaus als „Die Tüdelband“ mit plattdeutschen Liedern. © Hustedt

Langwedel – Der Langwedeler Kulturverein beendet den Jahresreigen immer mit einem Konzertabend im Rathaus, dieses Mal mit der Hamburger Band „Die Tüdelband“, die die etwa hundert Besucherinnen und Besucher sichtlich begeisterte. Mire Buthmann brachte mit ihrer Stimme und der Gitarre das Publikum in Stimmung, begleitet von Malte Müller am Schlagzeug. Das Duo gibt zahlreiche Konzerte, Ruhepol und Studio ist ein Hausboot im Hamburger Binnenhafen.

„Wer spricht denn Platt?“, fragte Mire Buthmann ins Publikum, woraufhin viele Hände hochgingen. „Und wer versteht Platt?“ Auch hier gingen fast alle Hände hoch. Dann legten die beiden Musiker los. Das Jahr ging zu Ende, also hieß es: „To hus is da, wo mir dat good geiht“. Die Songs bewegten sich mit cleveren Texten aus der Feder der Musikerin abseits von Möwenschiet und abgedroschener Heimat-Folklore. Ein weiterer Hit war „Futschikato“, weil so viel verloren gehe. Diesen Song schrieb die Künstlerin ebenso wie „Krickelkrakel“.

Die beiden Künstler verrieten, dass ihr eigentliches Zuhause dort sei, wo die Bühnen sind. Bevor es in die Pause ging, mussten auch die Besucherinnen und Besucher ihre Stimmen unter Beweis stellen. „Wenn dat Wiehnacht warrt“. Da hatten einige doch ihre Probleme, Plattdeutsch zu lesen und dann auch noch zu singen. Doch die zahlreichen Gäste waren begeistert. Nach der Pause ging es mit selbst gedichteten Songs weiter. Auch in den Pandemiezeiten seien sie nicht ins Wanken geraten, ein entsprechender Titel heißt „Koppheister gahn“. Das Duo hatte zudem das Hörspielprojekt „AHAB” gestaltet, frei nach dem Kapitän aus „Moby Dick”. Das Duo berichtete, dass es die plattdeutsche Sprache erst spät gelernt hat. „Von meiner Oma“, sagte Buthmann. So hieß eines der letzten Lieder „Mien patente Oma“. Auch der Song „Hoffnung“ des Hamburger Musikers Jan Delay gehörte auf Plattdeutsch in das Repertoire der Band.

Das Publikum wurde mit auf die melodische Platt-Pop-Reise genommen, die es so selten gibt. Am Ende bedankte es sich mit lang anhaltendem Applaus für einen tollen Abend im Bürgersaal. Natürlich ging es nicht ohne Zugaben von der Bühne. Nach dem Lied „Mien Leev“ wurde gemeinsam „Dat du min Leevste büst“ gesungen. WOLFGANG HUSTEDT Quelle: Samstag, 03. Januar 2026, Verdener Aller-Zeitung / Langwedel