Hochdekoriertes Liedermacherduo machte Zwischenstopp in Langwedel
Lange hatte sich der Langwedeler Kulturverein um ein Engagement der beiden Liedermacher Simon Eickhoff und Jan Trajahn aus Oldenburg bemüht. Angesichts eines dicht getakteten Terminkalenders der beiden kein leichtes Unterfangen, aber am 11.04.2026 war es endlich soweit. Im ausverkauften Rathaussaal begrüßte der Kulturverein das hochdekorierte Duo zu einem außergewöhnlichen Abend.
Simon & Jan, die zur Zeit mit ihrem Programm ‚Das Beste‘ unterwegs sind, begeisterten das Publikum mit einem Querschnitt aus 16 Liedermacherjahren – ein Best of ihrer bisherigen beeindruckenden Karriere.
Die beiden Liedermacher, die in den zurückliegenden Jahren mit den wichtigsten Liedermacher- und Musikkabarettpreisen im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet wurden, gaben sich unaufgeregt und bescheiden wie eh und je. Die Chemie zwischen den beiden stimmte.
Das Erfolgsrezept der beiden Gitarristen: unverschämt böse und kluge Texte zu einem Harmoniegesang, der meist von zartem Vibrato und larmoyanten Tönen bestimmt wurde. Ihr zweistimmiger Gesang zu akustischen Gitarren ließ Erinnerungen an Simon und Garfunkel entstehen, aber nur solange man bei den inhaltlich bissigen Texten nicht genau hinhörte, denn darin wurde gnadenlos ironisiert und der gesellschaftliche Status Quo in Frage gestellt. Niemand wurde verschont, auch sie selber nicht.
Jan Trajan, verantwortlich für die Ansagen zu den Songs, wechselte zwischen Ernsthaftigkeit auf der einen Seite und Übertreibung, Ironie, Albernheit auf der anderen. Humorvoll und augenzwinkernd berichtete er z.B. auch über die an sie am häufigsten gestellte Frage des Publikums: Wie kommt man nur auf ‚solche‘ Texte? Die einfache Antwort: Wir waren jung und wir brauchten das Geld. Bei dieser Aussage dürfte es sich wohl um eine wieder bewusste Untertreibung gehandelt haben, denn ihre Texte überzeugten durch Wortgewalt und Wortwitz, wohl gesetzt und überlegt gewählt. Sie beeindruckten durch inhaltliche Tiefe und zwangen das Publikum zum konzentrierten Zuhören um die Botschaften der beiden sehr reflektierten Liedermacher zu verstehen.
Simon Eickhoff überzeugte durch sein hervorragendes Gitarrenspiel. Daneben bediente er die Loopstation, ergänzte die akustischen Arrangements ab und zu mit Loops live eingespielter rhythmischer oder melodischer Fragmente. Diese elektronischen Effekte wurden jedoch sparsam eingesetzt, ganz getreu dem Motto des Duos: „Weniger ist mehr“.
Nach über zwei Stunden Programm verabschiedeten sich die Künstler von einem begeisterten Publikum, das stehend Applaus spendete für einen sehr unterhaltsamen und abwechslungsreichen Abend, der durchaus auch viele nachdenkliche Elemente enthielt. Natürlich wurden Simon & Jan erst nach weiteren drei Zugaben entlassen und das Publikum in dem Bewusstsein, dass es sie noch gibt, die echten Liedermacher, die ohne viel Krach und Schnickschnack, sondern mit akustischer Feinarbeit, vier Mikrofonen, zwei Stimmen und zwei Gitarren sowie einem Loop ihr Programm bzw. einen Abend gestalten und die es verstehen, Humor mit Haltung zu verbinden. Text:U.von Salzen Fotos: J.Gründemann



